← Handbuch

Sternkarte

Die Sternkarte ist eine interaktive digitale Übersichtskarte des gesamten sichtbaren Himmels über deinem Standort. Du kannst die Karte frei verschieben, hinein- und herauszoomen und drehen — ähnlich wie du es von Karten-Apps auf dem iPhone gewohnt bist. Zusätzlich werden Planeten und der Mond automatisch an ihrer aktuellen Position eingezeichnet.

Die Sternkarte ist ein Werkzeug zur Orientierung, kein Planetarium. Sie ergänzt die normale Himmelsansicht und übergibt ausgewählte Ziele direkt an die Push-To-Führung.

Öffnen

Auf dem Hauptbildschirm findest du unten links einen Toolbar-Button mit dem Symbol einer Landkarte (map). Tippe darauf, um die Sternkarte als Vollbild zu öffnen. Der ×-Button oben rechts schließt sie wieder.

Anzeige

Die Karte zeigt:

  • Sternenhimmel: Sterne werden mit helligkeitsabhängiger Größe gezeichnet. Standardmäßig sind Sterne bis Magnitude 4,5 sichtbar; Sterne, die zu einem Sternbild gehören, werden immer gezeichnet, damit die Figuren vollständig bleiben.
  • Sternbild-Linien und -Namen: Verbindungen zwischen den Hauptsternen jeder Sternfigur. Namen erscheinen in der Mitte der Figur (über das Layers-Menü zuschaltbar). Sternbildnamen werden in einer dezenten Lavendel-/Indigo-Tönung gezeichnet, damit sie sich von anderen Labels abheben.
  • Himmelsäquator: dünne durchgezogene Linie — Projektion des Erdäquators auf den Himmel.
  • Ekliptik: gestrichelte Linie, auf der sich Sonne, Mond und Planeten bewegen.
  • Zirkumpolarkreis: gestrichelter Kreis um den Himmelspol. Objekte innerhalb dieses Kreises gehen an deinem Standort nie unter.
  • Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun): farbcodierte Rauten, jeweils beschriftet. Die Sonne wird nie gezeichnet — die Sternkarte ist ein Nacht-Werkzeug.
  • Mond: SF-Symbol-Glyphe in der aktuellen Mondphase, beschriftet.
  • Messier-Objekte: kleine Rauten (oder Typ-Symbole bei Zoom ≥ 2×). Die 15 populärsten sind standardmäßig beschriftet; alle anderen erscheinen nur als Marker.
  • Horizont-Ring: der äußere Kreis mit Himmelsrichtungs-Markern (N, O, S, W und Zwischenhimmelsrichtungen) sowie dem Blickrichtungs-Pfeil am unteren Rand.

Wenn der Kompass nicht verfügbar ist, schaltet die Karte automatisch auf Norden oben um und blendet das Banner „Kompass nicht verfügbar – Norden oben" ein.

Karte bewegen, drehen, zoomen

Die Karte verhält sich wie eine interaktive Karten-App:

GesteFunktion
Ein Finger ziehenKarte verschieben (funktioniert ab Zoom > 1×)
Zwei Finger auf- oder zuziehen (Pinch)Hinein- oder herauszoomen, 1× bis 10×
Zwei Finger drehenKarte drehen — der Horizont-Ring dreht sich mit
TippenObjekt identifizieren — Popover mit Name, Helligkeit, Typ
Lang drückenNächstes Objekt im Umkreis auswählen (Toleranz skaliert mit Zoom)

Der erste Start zeigt immer die Standardansicht: Norden oben, Zoom 1×, Kartenmitte. Die Ausrichtung wird nicht gespeichert — beim nächsten Öffnen beginnt du wieder mit der Standardansicht.

Auf dem Mac (und auf dem iPad mit Maus/Trackpad): Die Mehrfinger-Gesten lassen sich mit einer Maus nicht ausführen. Deshalb erscheinen am rechten Kartenrand zusätzliche Bedien-Schaltflächen. Über den +/−-Schaltflächen liegt eine Dreh-Gruppe: gegen den Uhrzeigersinn drehen, im Uhrzeigersinn drehen (jeweils 15° pro Klick) und Nach Norden ausrichten (setzt nur die Drehung auf Norden oben zurück, Zoom und Verschiebung bleiben erhalten). So lässt sich die Karte auch ohne Touch-Gesten frei in jede Richtung drehen.

Standardansicht zurücksetzen

Wenn du die Karte gezoomt, verschoben oder gedreht hast, erscheint links oben neben dem Schließen-Button die kleine Schaltfläche „Standardansicht" (↺). Tippe sie an, um die Karte sofort wieder auf Norden oben, Zoom 1× und Kartenmitte zurückzusetzen. Die Schaltfläche verschwindet wieder, sobald die Standardansicht erreicht ist.

Die Himmelsrichtungen (N, O, S, W, sowie NO/SO/SW/NW) sind als Beschriftungen direkt am Horizont-Ring abzulesen — sie wandern mit der Karte mit und ersetzen eine separate Kompassrose.

Kompass folgen

Der Kompass-folgen-Button in der unteren Toolbar (Kompass-Symbol 🧭) koppelt die Kartenausrichtung an den Gerätekompass. Wenn er aktiv ist, dreht sich die Karte automatisch so, dass die Richtung, in die du schaust, am unteren Rand sitzt — der Horizont-Ring zeigt immer deinen aktuellen Blickbereich.

  • AUS (Standard): Die Karte bleibt frei drehbar; du kannst sie mit zwei Fingern in jede Richtung drehen.
  • EIN: Der Kompass treibt die Kartenausrichtung. Ein ±5°-Totband unterdrückt Kompassrauschen und verhindert, dass die Karte bei ruhiger Hand unkontrolliert zittert.

Der Zustand wird in den Einstellungen gespeichert und beim nächsten Öffnen wiederhergestellt.

Layers-Menü

Das Layers-Menü (Symbol: gestapelte Rechtecke, ▦) öffnet ein Blatt mit allen Kartenebenen-Umschaltern, gruppiert in mehrere Abschnitte. Alle Einstellungen werden sofort gespeichert.

Bezugslinien

UmschalterStandardBeschreibung
HimmelsäquatorANProjektion des Erdäquators auf den Himmel
EkliptikANBahn der Planeten und der Sonne
ZirkumpolarkreisANGrenzkreis für zirkumpolare Objekte

Beschriftungen

UmschalterStandardBeschreibung
SternbildnamenANNamen der Sternbilder in der Kartenmitte
Alle Messier beschriftenAUSAuch die weniger bekannten Messier-Objekte beschriften

Marker

UmschalterStandardBeschreibung
DSO-Symbole nach TypANAb Zoom ≥ 2×: Typ-Symbole statt Rauten für Galaxien, Sternhaufen, Nebel

Textgröße

ReglerStandardBereichBeschreibung
Beschriftungen2.0×1.0×–3.5×Skaliert alle Texte auf der Karte gemeinsam — Himmelsrichtungen, Blickrichtungs-Anzeige, Planeten- und Mond-Labels, Messier-Beschriftungen, Sternbildnamen und Sternlabels. Die Änderung wirkt sofort und bleibt über App-Neustarts erhalten.

DSO-Symbole nach Typ

Bei Zoom ≥ 2× werden Messier-Objekte und andere Deep-Sky-Objekte statt als schlichte Rauten als Typ-Symbole dargestellt:

TypSymbol
GalaxieSpiralsymbol
Offener SternhaufenGepunkteter Kreis
Kugelförmiger SternhaufenHexagonales Gitter
Diffuser NebelWolkensymbol
Planetarischer NebelDoppelkreis

Unterhalb von Zoom 2× erscheinen alle Objekte als einfache Rauten.

Objekte identifizieren und auswählen

AktionGeste
Objekt identifizierenTippen auf einen Punkt zeigt ein Popover mit Name, Helligkeit und Typ. In dichten Sternhaufen weitet sich die Trefferzone automatisch (1,5° → 3°), sodass auch eng beieinander liegende Objekte sicher angetippt werden können. Wenn du genauer treffen möchtest, zoome rein — bei höherem Zoom liegen die Sterne weiter auseinander.
Ziel an Hauptansicht übergebenPush-To im Popover — die Sternkarte schließt sich und das Ziel ist auf dem Hauptbildschirm aktiv
Popover schließenAuf leere Fläche tippen

Zeitreise

Standardmäßig zeigt die Sternkarte den aktuellen Himmel. Über das Uhr-Symbol in der unteren Toolbar öffnet sich ein Zeitreise-Panel mit:

  • Datum/Zeit-Auswahl (auf ±1 Jahr begrenzt)
  • Schieberegler ±6 h … +12 h für schnelle Vorschau
  • Button „Jetzt", der den Live-Modus wiederherstellt

Die Zeitreise ist nützlich, um Beobachtungsnächte zu planen oder vergangene Beobachtungen nachzuvollziehen.

Legende & Bedienung (Infoblatt)

Das ?-Symbol in der unteren Toolbar öffnet ein modales Infoblatt mit:

  • So funktioniert die Karte — Konzept in fünf Sätzen
  • Legende — erklärt jedes visuelle Element
  • Bedienung — fasst Gesten und Menüs zusammen

Über den Link „Mehr Hilfe im Handbuch" gelangst du in die In-App-Dokumentation. Das Infoblatt schließt sich durch Herunterziehen oder den Fertig-Button.

Drucken und Exportieren

Über das Teilen-Symbol (square.and.arrow.up) in der unteren Toolbar lässt sich die Sternkarte als hochauflösendes Bild exportieren.

Was wird exportiert?

Das exportierte Bild ist immer eine kanonische Vollkreisansicht:

  • Helles Design (schwarze Linien auf weißem Hintergrund) — druckerfreundlich.
  • Nord oben — unabhängig vom aktuellen Zoom- oder Rotationszustand auf dem Bildschirm.
  • Vollkreis — auch wenn du hineingezoomt hast, zeigt das Bild immer den vollständigen Horizont-Kreis.
  • Nordpfeil — ein kleiner Nordpfeil mit „N"-Beschriftung in der oberen rechten Ecke der Seite. Die Karte selbst trägt keine Himmelsrichtungs-Buchstaben am Kartenkreis (und auch keine „Blickrichtung"-Beschriftung), damit der Kartenkreis ruhiger wirkt und mehr Platz für die eigentlichen Sterne bleibt.
  • Legende — eine kompakte Legende unterhalb der Karte; Beschreibungstexte umbrechen auf bis zu drei Zeilen, statt abgeschnitten zu werden.
  • Fußzeile mit Standort und Datum/Uhrzeit.

Beschriftungen auf der Karte (Sternbilder, Planeten, Messier-Nummern) werden im Ausdruck etwas kleiner gerendert als am Bildschirm, damit sie sich nicht überlappen — die Bildschirmgrößen aus den Sternkarten-Einstellungen bleiben davon unberührt.

Die Uhrzeit folgt dem aktuellen Zeitreise-Regler.

Standort in der Fußzeile

  • GPS verfügbar + Ortsname gefunden → Ortsname (z. B. „Wien").
  • GPS verfügbar, kein Ortsname → Koordinatenangabe.
  • GPS nicht verfügbar → „Standort nicht verfügbar".

Teilen / Drucken

Nach dem Tippen auf das Export-Symbol öffnet sich das iOS-Teilen-Menü: AirPrint, In Dateien sichern, Mail, und weitere Apps.

Das Bild wird mit ImageRenderer bei Faktor 3,0 gerendert (ca. 1788 × 2526 px ≈ 225 DPI bei A4). Der Export-Button ist ausgegraut, solange die Karte noch lädt.

Einstellungen

Unter Einstellungen → Sternkarte lassen sich Standardwerte einstellen:

  • Sterne bis Magnitude: 4,0 / 4,5 / 5,0 (Standard 4,5).
  • Sternbildnamen anzeigen: an/aus.
  • Alle Messier-Objekte beschriften: an/aus.
  • Himmelsäquator anzeigen: an/aus.
  • Ekliptik anzeigen: an/aus.
  • Zirkumpolarkreis anzeigen: an/aus.
  • DSO-Symbole nach Typ (ab 2×): an/aus.
  • Kompass folgen: an/aus.

Diese Einstellungen sind die Standardwerte beim Öffnen der Karte. Du kannst sie jederzeit über das Layers-Menü oder den Kompass-folgen-Button direkt in der Karte ändern; Änderungen werden sofort gespeichert.

Hinweise zur Bedienung

  • Die Sternkarte ersetzt nicht die normale Himmelsansicht — sie ist eine zusätzliche Übersicht.
  • Push-To für Sterne setzt automatisch auch den Kalibrierungs-Stern. Wer also auf der Sternkarte einen passenden Kalibrierungsstern wählt und „Push-To" tippt, kann auf der Hauptansicht direkt die Kalibrierung durchführen.
  • Kalibrierung bleibt unverändert — die Sternkarte braucht selbst keine Kalibrierung, nur GPS und (für Kompass folgen) den Kompass.